03272017Headline:

Religionen in Nigeria

In Nigeria gibt es 2 große Religionen die fast 90 Prozent der gesamten Bevölkerung ausmachen. Zum einen wäre da der Islam, diesem gehören ca. 45 Prozent aller 120 Millionen Nigerianer an. Die zweite große Religion ist der christliche Glaube, diesem gehören auch ca. 45 Prozent der gesamten Bevölkerung an. Die restlichen 10 Prozent der Nigerianer gehören den unterschiedlichen kleineren traditionellen afrikanischen Religionen an, die man auch als Naturvölker bezeichnet. Allerdings sind die Religionen nicht gleichmäßig verteilt, vielmehr sind diese regional mehr oder weniger vertreten. Im ländlichen trifft man heute noch die Naturvölker an, die den traditionellen afrikanischen Religionen angehören.

Konflikte zwischen den beiden großen Religionen

Im Laufe der Zeit hat sich die Verteilung der Religionen verschoben. So sind auch auf dem Land, wo früher fast nur Muslime leben, heute auch Christen anzutreffen. In den Städten Lagos und den umliegenden Bundesstaaten bilden die Muslime allerdings die Mehrheit. Allerdings gehen die Religionen nicht friedlich miteinander um. Immer wieder kommt es zu übergriffen auf christliche Kirchen von den muslimischen Menschen. Zu den schlimmsten Zeiten, in denen es immer wieder zu Auseinandersetzungen der zwei Gruppen kam, verloren mehr als 10.000 Menschen ihr Leben. Da die Regierung die muslimische Scharia einführte, hatten es die anderen Religionen, allen voran die Christen nicht einfach. So wurden Baugenehmigungen für Kirchen nicht erteilt. Auch wurden nichtmuslimische Gewerbetreibende durch die Scharia seitens der Regierung diskriminiert.

Wie die Regierung Religion als Druckmittel einsetzt

Die Scharia verdankt Ihrer Popularität der Armut, Korruption und Arbeitslosigkeit, vor allem bei den Jugendlichen und Armen. Die politische Macht wird seit dem Öl Boom von 1970 eher mit wirtschaftlicher Macht ausgeübt. In Nigeria sind Religion, Politik und Wirtschaft sehr eng miteinander verbunden. Die Politik setzte nach 28 Jahren Militärdiktatur die Religion als Druckmittel ein, um das von der Armut gebeutelte Volk zu kontrollieren. Im Jahr 1999 wurde in Nigeria von der Christian Association of Nigeria und der islamischen Vereinigung Jama'atu Nasril Islam der Interreligiösen Rat gegründet. Dabei wuchs in der Bevölkerung die Hoffnung, dass die Ältesten der beiden Religionen einen beidseitigen Gewaltverzicht herbeiführen. Allerdings wurde die Gewaltverzicht bis heute noch nicht in die Tat umgesetzt.

Bildquelle: © linksfraktion „sudan-kadsud2010-1774“
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