04292017Headline:

Religion in Nigeria

Nigeria, das Land mit 140 Millionen Einwohner, liegt in Westafrika, umgeben von Niger, Benin, Tschad und Kamerun. Nachdem das Land jahrelang unter einer blutigen Militärdiktatur litt, arbeiten seine Bewohner nun an einer Demokratisierung sowie an der wirtschaftlichen Entwicklung. Bekannt bei uns höchstens für die enormen Bodenschätze, ist Nigeria ein Land mit mehr als nur Erdölvorkommen. Nebst Korruption und Gewalt kommen auch ethnische Konflikte der Armutsbekämpfung in die Quere, besonders der Streit zwischen den nigerianischen Moslem im Norden und den Christen im Süden droht immer wieder zu entfachen, es besteht permanent eine gewisse Spannung. Religion in Nigeria ist ein Brennpunkt.

Beim Thema Religion den Überblick bewahren

Genauer genommen ist der Konflikt zwischen den Religiösen Gruppen in Nigeria jedoch noch viel komplizierter. Es gibt so viele religiöse Gemeinschaften, dass selbst Einheimische zuweilen Mühe haben, den Überblick zu behalten. Denn Religion in Nigeria ist ein wichtiger Bestandteil der Kultur. Die Hälfte der Nigerianer sind bekennende Muslime, welche vorwiegend im Norden des Landes zu Hause sind. 40 % der Nigerianer sind Christen, diese leben vorwiegend im Süden des Landes. Die verbleibenden Nigerianer, ungefähr 10%, gehören entweder traditionellen, afrikanischen Volksreligionen an, oder irgendwelchen religiösen Randgruppen. In den Bundesstaaten Osun, Ogun und Oyo, welche bis an Lagos heranreichen, leben mehrheitlich Angehörige des Stamms der Yoruba, doch auch in diesen Bundesstaaten bekennt sich die Mehrheit zum Islam. Das christliche Nigeria ist unter dem Dachverband von Christian Association of Nigeria organisiert, wobei dieser wiederum in den Christian Council of Nigeria unterteilt ist. Das erstaunliche bei dieser verworrenen Mischung der Religionen in Nigeria ist, dass die Grenzen verschwommen, nicht klar sind.

Nur jeder Zehnte Nigerianer glaubt weiterhin an eine Naturreligion, doch der Übergang zum Volksislam beispielsweise oder den christlichen, aber afrikanischen Kirchen, ist deshalb fließend und nicht einfach zu erkennen. Denn auch Ahnenkult sowie Fetischismus und ähnliche Elemente spielen in Nigeria auch bei den Christen und Moslems eine wichtige Rolle. Der Stamm der Yoruba praktiziert seine eigene Religion, die Religion der Yoruba.

Natürlich können diese verschiedenen Religionsgemeinschaften nicht immer friedlich miteinander leben, und in der Vergangenheit kam es oft zu Streitigkeiten, welche nicht selten in brutale Konflikte ausgeartet waren. Besonders in einer zentralnigerianischen Provinz namens Plateau, wo die Moslem aus dem Norden und die Christen aus dem Süden aneinandergeraten, kommt es oft zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Bildquelle: © ARC – The Alliance of Religions and Conservation „Sister Agatha Nigeria“
Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

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