04292017Headline:

Nollywood – Boom der Guerilla Filme

Von Bollywood hat bereits jeder einmal gehört, doch „Nollywood“ erscheint vielen wie ein Tippfehler. In Wirklichkeit handelt es sich bei „Nollywood“ um die zweitgrößte Filmindustrie der Welt nach Bollywood. Das „N“ verweist auf den Standort Nigeria. In der pulsierenden Metropole Lagos werden jährlich zwischen 500 und 2000 Filme hervorgebracht.Dabei handelt es sich zu einem Großteil um „Low Budget“-Produktionen, die unter dem Einsatz von Digitalkameras und ein wenig Beleuchtung gedreht werden. Trotz dessen haben sie einen enormen Unterhaltungswert wie der weltweite Erfolg bewelegt. Nach Erdöl und Landwirtschaft ist Nollywood das drittgrößte wirtschaftliche Standbein von Nigeria.

 

Der Beginn einer neuen Filmindustrie

Die heutigen Guerilla-Filme sind das Produkt glücklicher Umstände. Anfang der Neunziger Jahre hatte der Händler Kenneth Nebue einen großen Vorrat leerer VHS Kassetten aus Taiwan bei sich. Um die Kassetten besser verkaufen zu können, spielte er auf jeder Kassette einen in Selbstproduktion gedrehten Film „Living in Bondage“. Die Vorlage zu dem Film stammte vom Filmemacher Okechukwu Ogunjiofor, der nach einer Möglichkeit gesucht hatte, seine Idee zu verwirklichen. Der Film verhalf beide Männer zu Millionenumsätzen bei 750.000  verkauften Kopien. DIe Filmstorie haben sich seitdem kaum geändert. Gezeigt werden immer persönliche Erfolgsgeschichten.  Aids, Korruption, Kinderhandel, Prostitution, Voodoo und Religion sind die zentralen Themen. Nollywood Filme erinnern an gute afrikanische Seifenoper.

 

Kanywood Nigeria

Die zweite Säule der nigerianischen Filmindustrie stellt „Kanywood“ dar. Die Filmstudios in Kano drehen jeden Tag neue Filme mit noch geringerem Budget als in Lagos. In der der muslimischen Millionenstadt im nördlichen Nigeria werden die Produktionen jedoch von der Zensurbehörde überwacht. Unterhaltung kommt hier nach einer positiven Darstellung des Islams.

Bildquelle: © Paul Keller „chelsea vs liverpool 2“
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