04292017Headline:

Ein Haus bauen in Nigeria

Haus in NigeriaNigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas mit etwa 140 Millionen Einwohnern. Die größte Stadt Nigerias heißt Lagos und liegt am Golf von Guinea. Sie ist mit ungefähr 12 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Afrikas. Nicht wenige Deutsche, die mit einem nigerianischen Ehepartner zusammen leben, möchten sich in Nigeria als Altersruhesitz ein Haus bauen. Das ist möglich, aber nicht einfach.

Vorsicht ist dringend geboten

Nigeria zählt trotz seines Ölreichtums zu den armen Ländern. Die Bedingungen dort sind gänzlich anders als in Deutschland. Recht und Gesetz gelten nur wenig oder nichts, wenn man nicht die Mittel hat, seine Rechte auch durchzusetzen oder einzufordern. Korruption ist in Nigeria fester Bestandteil des Alltags. Wenn man ein Haus bauen oder kaufen möchte, sollte man sich unbedingt an einen erfahrenen Anwalt wenden, der sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat. Entweder lässt man sich von persönlichen Bekannten, die schon in Nigeria leben, einen empfehlen oder man fragt die deutsche Botschaft um Rat. Es passiert immer wieder, dass sich Betrüger als Eigentümer des Grundstücks oder Hauses ausgeben, obwohl sie es gar nicht sind. Man sollte darauf bestehen, den Eintrag im Grundbuch zu sehen. Dort ist der echte Eigentümer verzeichnet.

Guter Standort ist wichtig

Im Gebiet von Lagos ist die Küste sehr flach. Große Teile der Stadt liegen nur knapp über dem Meeresspiegel. Die Gefahr von Überflutungen besteht. In anderen, höheren Lagen ist es zwar sicherer, dafür ist dort die Infrastruktur schlecht. Damit man ein gutes Haus in Nigeria bauen kann, muss man selbst etwas vom Hausbau verstehen und dort persönlich anwesend sein, sonst kommt es unweigerlich zu Problemen. Im Internet gibt es das Forum www.nairaland.com. Dort werden alle möglichen Themen diskutiert, unter anderem auch der Hausbau und der Kauf von Grundstücken. Das Forum gibt einen guten Überblick über die Komplexität des Sachverhalts.
Ein großes Problem, mit dem jeder beim Hausbau zu kämpfen hat sind die „“Omo onile““. Dabei handelt es sich um Kriminelle, die unweigerlich auftauchen, wenn jemand ein Haus baut oder ein Grundstück umzäunt. Sie erklären gewöhnlich, sie seien die wahren Eigentümer des Grundstücks und fordern Geld, sonst gäbe es Ärger. Da sie Polizeibeamte und Offizielle bestechen, ist sogar das örtliche Gesetz auf ihrer Seite. Die meisten Menschen bezahlen daher den verlangten Betrag, um ungestört bauen zu können.

Bildquelle: © neajjean „House with measles“
Bestimmte Rechte vorbehalten. Quelle: Flickr.com

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