03272017Headline:

Alternative Energien in Afrika

Afrika ErneuerbareDer afrikanische Kontinent ist eigentlich prädestiniert für die Nutzung von regenerativen Energien. Denn die Anzahl der jährlichen Sonnenstunden ist sehr hoch und Solarenergie könnte für eine Vielzahl von Aufgaben im täglichen Leben eingesetzt werden. Große Projekte scheitern in Afrika allerdings oft an der schlechten Infrastruktur. Abgelegene Dörfer sind oft nicht an das Stromnetz angeschlossen und können auf diese Weise nicht mit Elektrizität versorgt werden. Eine kleine Solaranlage für zuhause können sich indes nur die wenigsten Afrikaner leisten. Denn leider leben immer noch die meisten Menschen des Kontinents unterhalb der Armutsgrenze.

Verschiedene Arten regenerativer Energien

Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Herangehensweisen bei der Nutzung von regenerativen Energien in Afrika. Die eine ist der industrielle Weg. Dieser wird in der Regel staatlich betrieben, oder von Investoren, die nicht auf dem Kontinent ansässig sind. Es werden oft Projekte initiiert, die eine entsprechende Rendite abwerfen sollen. Dazu zählt etwa die Installation solarthermischer Kraftwerke in Wüstengegenden, die den Strombedarf Europas abdecken könnten, wie das Desertec-Projekt. In Marokko, Algerien und Ägypten gibt es solarthermische Kraftwerke, die in die staatliche Infrastruktur eingebunden sind und auch dementsprechend finanziert wurden. Öffentliche Projekte, die Energie aus Wasserkraft gewinnen, sind beispielsweise der Assuan-Staudamm in Ägypten und die Cabora-Bassa-Talsperre in Mosambik.

Kleine Einzeleffekte, große Wirkung

Der zweite Bereich ist der private. Hierfür sind Lösungen gefragt, die bezahlbar sind. Es gibt einige Pilotprojekte, die zumeist von Organisationen der Entwicklunghilfeo unterstützt werden. Ein gutes Beispiel dafür ist das Solarprojekt für die Fischer am Viktoriasee. Um Fische in der Nacht anzulocken, benutzten die Fischer in der Vergangenheit Petroleum- oder Kerosinlampen. Für die Kühlung des Fanges wurde Strom mit Generatoren erzeugt. Bei der Vielzahl der Fischer in dieser Region war dies ein großes Umweltproblem. Im Rahmen des Projektes wurden die Fischer mit Solarlampen ausgestattet, die sich tagsüber aufladen. Ebenso werden nun die Kühlmaschinen mit Solarenergie betrieben.

Auf diese Weise kann mit kleinen Einzelmaßnahmen in der Summe eine beträchtlicher Effekt erzielt werden. Die Warmwassererzeugung mit einer kleinen und preisgünstigen Solarthermieanlage ist ein anderes Beispiel Die Verbrennung von Holz stellt eigentlich ebenfalls eine Nutzung regenerativer Energien dar, jedoch steht sie nicht im Einklang mit der Idee von Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Zudem ist Brennholzmangel in weiten Teilen Afrikas ein Problem. Mit einem einfachen Solarkocher, der von der Bevölkerung vor Ort aus vorgefertigten Teilen selbst zusammenzubauen ist, läßt sich auch hier Verbesserung erreichen.

Jedes Beispiel für sich mag nicht beeindruckend klingen. Führt man sich die mögliche Gesamtzahl dieser Maßnahmen vor Augen, so läßt sich damit langfristig mehr erreichen, als beispielsweise durch den Ersatz eines Kohlekraftwerkes oder einer stromerzeugenden Anlage mit riesigen Wasserturbinen.

Bildquelle: © Lollie-Pop „Unbenannt“
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